23.08.2026 11:33 204 Deutschland
Eine Woche im Wallis in Unterbäch
Zwischen Bergidylle und Denkanstössen: Ein erholsamer Ferienaufenthalt im ruhigen Unterbäch trifft auf die eindrückliche Realität am Gornergrat. Dieser Beitrag reflektiert die beeindruckende Naturkulisse des Wallis vor dem Hintergrund von Overtourism, technisierter Berginfrastruktur und der sichtbaren Gletscherschmelze.
Vom 15. bis 22. August haben wir eine Woche mit lieben Kolleg:innen im ruhigen und modern eingerichteten Chalet Anemone in Brand über Unterbäch verbracht – genau das Richtige zum Abschalten.
Das ruhige Unterbäch schmiegt sich auf rund 1'200 Höhenmetern an den Nordhang, während sich direkt darüber der idyllische Weiler Brand befindet. Von hier aus zeigt sich ein gewaltiges Panorama über das Rhonetal mit der steilen Südrampe und den Bahnanlagen der Lötschbergbahn bis hinüber nach Visp – hoch oben bewacht vom mächtigen Bietschhorn.
Ein echtes Highlight war am 19. August unser Ausflug auf den Gornergrat bei Zermatt. Der Blick auf das Matterhorn ist unschlagbar, aber es war extrem voll. Massenhaft Touristen drängten sich auf den Aussichtspunkten, und man merkt vor Ort schnell, wie stark der Overtourism solche Natur-Hotspots belastet.
Gleichzeitig zeigt sich hier die ganze Ambivalenz der Alpen: Die Bahnen und Lifte transportieren im Minutentakt Menschen in schwindelerregende Höhen, machen alles bequem zugänglich, prägen und belasten die Landschaft aber massiv. Noch deutlicher wird der Wandel beim Blick auf die Gletscher. Die Gletscherschmelze schreitet unübersehbar voran, das Eis schmilzt rapide und hinterlässt Spuren, die den Klimawandel in den Bergen unübersehbar machen.
Zwischen Massenandrang, technisiertem Hochgebirge und schmelzendem Eis bleibt ein nachdenklicher Eindruck – die Balance zwischen Naturgenuss und wirtschaftlichem Druck wird in den Alpen zur immer grösseren Herausforderung.
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Euer Martin Wenger


