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Einträge






16.09.2026 19:16   214   Deutschland

Tag11: Jever und Torf- und Siedlungsmuseum

Nach einem regnerischen Start ins friesische Jever mit Schlossbesuch führte der Ausflug nach Wiesmoor zum Torf- und Siedlungsmuseum.


Die Bierbrauerei Jever.
Impression im Torf- und Siedlungsmuseum Wiesmoor
Grosse Torferntemaschine.

Unser Vermieter meinte, dass bei schlechtem Wetter der Regen oft nur so lange fällt, wie man zum Trinken einer Tasse Kaffee braucht. Seine Äusserung hat sich bewahrheitet – auch wenn wir meistens im Auto sassen. Am Morgen besuchten wir Jever, die durch ihre gleichnamige Bierbrauerei bekannte friesische Kleinstadt. Interessant war auch der Besuch des Schlosses Jever, das mitten in der Stadt liegt. Danach ging es weiter nach Wiesmoor, wo wir das Torf- und Siedlungsmuseum besichtigten. Dabei haben wir viel gesehen und gelernt: So zum Beispiel, dass man in den 1920er-Jahren Torf maschinell abgebaut und diesen in einem grossen, heute nicht mehr vorhandenen Heizkraftwerk verstromt hat. Euer Martin Wenger


15.09.2026 18:59   213   Deutschland

Tag 10: Meyer Werft in Papenburg

Spontaner Ausflug zur Meyer Werft in Papenburg. Die zweieinhalbstündige Führung bot faszinierende Einblicke in den modernen Kreuzfahrtschiffbau, sowie die bewegte Geschichte der TraditionsWerft bis zur Rettung durch den Bund im Jahr 2024.


Die Werft im Überblick.
In der grossen Halle wird an den Schiffen 60 und 61 gebaut.
In der kleinen Halle steht ein Armeekreuzer im Dock in Revision.

Heute Morgen war der Himmel trotz einer schlechten Wettervorhersage wolkenlos. Also machten wir uns auf nach Papenburg zur Meyer Werft, das etwa 90 km entfernt liegt. Dort gaben wir uns als spontane Besucher aus und wurden 15 Minuten später in eine Besuchergruppe eingereiht – Glück gehabt! Die zweieinhalbstündige Besichtigung der Werft war beeindruckend. Momentan werden in der grossen Halle die Schiffe Nr. 60 und 61 gebaut. Hier die Geschichte der Werft in Kurzform: 1795: Gründung als Holzwerft in Papenburg durch Joseph Franz Meyer. 1870: Umstellung auf den Bau von Eisenschiffen. 1980er: Strategische Neuausrichtung auf den Bau von großen, modernen Kreuzfahrtschiffen (inklusive der bekannten Ems-Überführungen). 2020-22: Durch COVID-Pandemie massiver Einbruch des Kreuzfahrtmarktes, gefolgt von einer tiefen finanziellen Restrukturierung und der Rettung durch den Bund und das Land Niedersachsen im Jahr 2024 zur langfristigen Sicherung des Standorts. Meyers besitze nur noch 20% der Firma und sind nicht mehr im operativen Geschäft. 2028: Vertragliches Rückkaufsrecht durch die Gebrüder Meyer. Mit bedecktem Himmel fuhren wir am späten Nachmittag wieder zurück in unser Hotel. Nun sind wir gespannt, wie das Wetter morgen wird. Euer Martin Wenger


14.09.2026 20:23   212   Schweiz

Tag 9: Carolinensiel

Erkundung des ostfriesischen Küstenortes Carolinensiel mit Blick auf die Insel Wangerooge, herbstliche Eindrücke vom Deich voller Camper und die Erkenntnis, dass auch man selbst Teil der Touristenmenge ist.


Unser Zimmer (links) im Hotel Deichinsel
Caroline schaut über den Hafen von Carolinensiel
Am Horizont erkennt man Wangerooge

Bei schönem Wetter starteten wir heute Morgen zur Erkundung des Städtchens Carolinensiel, das rund 3 km von unserem Hotel "Deichinsel" entfernt liegt. Der Name endet – wie bei vielen Küstenorten hier an der ostfriesischen Küste – auf „-siel“, weil es sich um ein Deichsiel handelt: ein wasserbauliches Verschlussbauwerk im Deich, das der Entwässerung des Binnenlandes ins Meer dient. Von Carolinensiel aus erreicht man in 90 Minuten mit der Fähre die ostfriesische Insel Wangerooge, die man von hier aus am Horizont gut erkennen kann. Entgegen unserer Erwartung, auf dem Deich Schafe anzutreffen, fanden wir dort unzählige Camper, Wohnwagen sowie leere Strandkörbe vor. Die Sommersaison scheint vorbei zu sein, und trotzdem sind noch zahllose Touristen unterwegs – na ja, wir gehören ja schliesslich auch zu dieser Spezies. Euer Martin Wenger


12.09.2026 19:44   211   Deutschland

Tag 8: Reisetag Hamburg - Bremen- Carolinensiel

Nach einer dreistündigen Anreise von Hamburg über Bremen erreichten wir Carolinensiel.


Das Rathaus neben dem Dom in Bremen
DON zu Bremen
Die Bremer Stadtmusikanten

Der Reisetag führte uns in drei Stunden von Hamburg über Bremen nach Carolinensiel, wo wir die kommenden zehn Tage im Hotel Deich-Insel verbringen werden. Bremen ist berühmt für seine Stadtmusikanten – den Hahn auf der Katze, die auf dem Hund steht, der wiederum auf dem Esel balanciert. Das Denkmal war von unzähligen Selfie-Fans umlagert, sodass mir nur noch eine Perspektive für ein Schattenbild blieb. Nach einem leichten Mittagessen in der Altstadt ging es weiter zu unserer Unterkunft. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen und bezogen ein geräumiges Gartenzimmer. Euer Martin Wenger


11.09.2026 19:45   210   Deutschland

Tag 7: Im Zechen der Schifffahrt

Ein schifffahrtsbezogener Tag in Hamburg (Besuch des Internationalen Maritimen Museums und Fahrt mit der Elbfähre) mit Ausblick auf die morgige Weiterreise nach Ostfriesland.


Das Internationale Maritime Museum
Warentransport früher und heute
Ein moderner Schlepper im Hafen

Das Haus beherbergt viel Wissenswertes über Schiffe. Vom Einbaum bis zum modernsten Forschungsschiff sowie allen Themen und Techniken rund um die Schifffahrt wird alles auf neun Etagen eines alten Speichers am äußersten Rand der Speicherstadt gezeigt. Am Nachmittag unternahmen wir mit der Elbfähre (Linie 62) eine Fahrt nach Finkenwerder und zurück. Das war eine günstige Hafenrundfahrt – eben ohne Erklärungen. Die bekamen wir allerdings schon vor 24 Jahren, als wir das erste Mal mit unseren Kindern auf einer Hafenrundfahrt in Hamburg waren. Morgen geht es nach Ostfriesland. Euer Martin Wenger


10.09.2026 17:41   209   Deutschland

Tag 6: Wundern im Wunderland

Ein frühmorgendlicher Besuch im Hamburger Miniatur Wunderland bewahrte vor großen Menschenmassen. Der Bericht hebt die gigantischen Ausmaße der Anlage sowie den schier endlosen Detailreichtum hervor, der selbst nach über vier Stunden zum Verweilen einlädt.


Wirklichkeitsgetreue Bahnanlagen und Landschaften
Viele Details bereichern die Landschaften.
Der Leitstand behält alles im Auge.

Wir standen schon um 8:00 Uhr vor den Türen des Miniatur Wunderlandes in der Speicherstadt – und das war gut so. Zur ersten Stunde des neuen Tages waren die Besucher noch spärlich gesät. Die riesige Modellbahnanlage erstreckt sich mittlerweile über vier Geschosse in zwei Gebäuden und zeichnet sich durch zahlreiche Superlative aus: Auf einer Modellfläche von 1.694 Quadratmetern gibt es 12 Themenwelten, 16.491 Meter Gleislänge, 1.231 Züge, über 12.000 Waggons, 3.627 Weichen, 292.110 Figuren, 157.000 Bäume, eine Bauzeit von über 1,2 Millionen Stunden und Baukosten von mehr als 45 Millionen Euro. Wir verweilten über vier Stunden in dieser faszinierenden Welt, aber man könnte wohl noch viel mehr Zeit dort verbringen, bis man wirklich alles gesehen hat – wenn überhaupt. Den Nachmittag verbrachten wir in unserem Hotelzimmer, da das Wetter eher trüb war und speziell ich mich von strapaziösem Treppensteigen der letzten 2 Tage erholen musste - "Mann" wird halt alt... Euer Martin Wenger


09.09.2026 20:30   208   Deutschland

Tag 5: Glas trifft auf Beton

Ein Besuch der Hamburger Elbphilharmonie-Plaza, sowie den anschliessenden Gang zum neugestalteten, begrünten Bunker als moderne Touristenattraktion.


Die gläserne Elbphilharmonie
Das Foyer auf der Plaza
Der Beton-Bunker aufgefrischt und bewohnbar

Heute ist es uns endlich gelungen, die Plaza der Elbphilharmonie zu besuchen – ein Vorhaben, das vor zehn Jahren noch gescheitert war. Damals hatte der Zugang genau an unserem Besuchstag geschlossen, ehe die gesamte Anlage im darauffolgenden Januar eröffnet wurde. Der äußerst beeindruckende Bau von Herzog & de Meuron überzeugt durch seine Architektur und modernistische Gestaltung. Das einstige Millionengrab hat sich schlussendlich, speziell für die Stadt Hamburg, gelohnt. Nach der spektakulären Aussicht begaben wir uns zum ehemaligen Bunker Hamburgs, der heute komplett begrünt und umgenutzt dasteht und als neue Touristenattraktion die Stadt bereichert. Er kann über eine breite Treppe begangen werden, die sich wie eine Schlange aussen über die vier Fassaden hochwindet. Euer Martin Wenger


08.09.2026 19:55   207   Deutschland

Vierter Tag, Schiffshebewerk - Hamburg

Besuch des historischen Schiffshebewerks Henrichenburg und anschließende Weiterfahrt nach Hamburg, wo der viertägige Aufenthalt in unserer Lieblingsstadt beginnt.


Oberwasser-Zufahrt zum Hebewerk
Das gewaltige Hebewerk
Die Natur dringt in die Technik ein

Der Morgen stand ganz im Zeichen des historischen Schiffshebewerks in Henrichenburg. Das war wirklich interessant! Mit der Anlage, die am 11. August 1899 eingeweiht wurde und bis 1979 in Betrieb war, konnten Schiffe innerhalb von 2,5 Minuten um 14 Meter gehoben oder abgelassen werden. Sie durften ein Gesamtgewicht von maximal 750 t haben, 65 x 8,6 m groß sein und einen Tiefgang von höchstens 2 m aufweisen. Am Nachmittag fuhren wir die 450 km nach Hamburg, wo wir für vier Nächte im Panorama Hotel in Billstedt untergebracht sind. Morgen besuchen wir nach zehn Jahren wieder unsere Lieblingsstadt in Deutschland. Hamburg, wir sehen uns! Euer Martin Wenger


07.09.2026 20:34   206   Deutschland

Zweiter Tag: Bergwerk- und Schlossbesuch

Eine abwechslungsreiche Tour von der Industriekultur des UNESCO-Kulturerbes Zeche Zollverein in Essen über das historische Wasserschloss Lembeck bis hin zum entspannten Ausklang an der Rheinpromenade in Wedel.


Zeche Zollverein, Essen
Schloss Lembeck
Rheinbrücke bei Wedel

Nach einem kleinen Frühstück ging es innerhalb einer Stunde über die Autobahn nach Essen, wo wir die Zeche Zollverein besuchten. Die riesige Bergwerksanlage ist heute ein UNESCO-Kulturerbe. Bis 1986 wurde hier mit großem Aufwand unter Tage Kohle abgebaut. Wir erhielten einen spannenden Einblick in die bergmännische Arbeit und den enormen Aufwand, der mit der anschließenden Aufbereitung der Kohle verbunden war. Weiter ging es nach Lembeck, wo wir das gleichnamige Schloss samt seiner weitläufigen Gartenanlage besuchten. Der älteste Teil der Anlage geht auf das Jahr 1184 zurück; in den Jahren 1670 bis 1692 erfolgte der Umbau zu dem heute noch sehr gut erhaltenen Wasserschloss. Heute beherbergt es ein Museum und dient zudem als beliebtes Eventlokal, das insbesondere für Hochzeiten gebucht wird. Den stimmungsvollen Abschluss des Tages fanden wir schließlich an der Rheinpromenade in Wedel. Der weite Blick über den Strom – insbesondere bei abendlicher Atmosphäre – bot den perfekten Ausklang für eine abwechslungsreiche Reise, die eindrucksvoll die Industriekultur des Ruhrgebiets mit barocker Architektur und idyllischer Natur verband. Euer Martin Wenger


06.09.2026 20:55   205   Deutschland

Start der Reise nach Fiesland

Als Ersatz für eine abgesagte Australien-Reise führte die 714 km lange Anreise nach Ostfriesland am ersten Tag nach Wedel an die Elbe. Unterwegs besichtigte das Paar zwei Braunkohle-Tagebaue, die bis 2032 renaturiert werden sollen. Der Tag endete in einem historischen Churchill-Hotel und zeigte eine nach dem Hitzesommer wieder voll funktionsfähige Flussschifffahrt.


Riesiger Tagebau bei Etzweiler.
Hotel Wacht an der Elbe
Der Rhein vor dem Hotel

Heute Morgen um 4:00 Uhr traten wir unsere Reise nach Deutschland an, die als Ersatz für den abgesagten Besuch bei unseren Kindern in Australien dient. Nachdem wir im Jahr 2014 bereits die Nordseeküste nördlich der Elbe bereist hatten, führt uns unser Weg diesmal nach Ostfriesland, also südlich der Elbe. Unser erstes Tagesziel war das Hotel „Wacht an der Elbe“ in Wedel, welches wir nach 714 Kilometern erreichten. Da wir früh aufgebrochen waren und ohne grössere Verkehrsprobleme vorankamen, besuchten wir unterwegs noch zwei Braunkohle-Tagebaue. Beide fördern noch bis zum Jahr 2032, ehe der Betrieb eingestellt wird. Anschließend ist geplant, die Gruben im Zuge einer Renaturierung in Naherholungsgebiete zum Wandern und Baden zu verwandeln. Am späten Nachmittag trafen wir im Hotel ein, in dem bereits im März 1945 Winston Churchill genächtigt und getagt hatte, um von dort aus die letzte Schlacht auf deutschem Boden zu befehligen. Wir staunten nicht schlecht, als wir sahen, dass auf dem Fluss im Zehnminutentakt Lastkähne und Passagierschiffe in beide Richtungen verkehrten – ein Zeichen dafür, dass der Wasserstand nach dem Hitzesommer wieder ausreicht, um die Schifffahrt uneingeschränkt zu ermöglichen. Euer Martin Wenger


23.08.2026 11:33   204   Deutschland

Eine Woche im Wallis in Unterbäch

Zwischen Bergidylle und Denkanstössen: Ein erholsamer Ferienaufenthalt im ruhigen Unterbäch trifft auf die eindrückliche Realität am Gornergrat. Dieser Beitrag reflektiert die beeindruckende Naturkulisse des Wallis vor dem Hintergrund von Overtourism, technisierter Berginfrastruktur und der sichtbaren Gletscherschmelze.


Das kleine Dorf Unterbäch mit Blick über Raron ins Lötschental
Zermatt mit Matterhorn
Matterhorn gesehen vom Gornergrat

Vom 15. bis 22. August haben wir eine Woche mit lieben Kolleg:innen im ruhigen und modern eingerichteten Chalet Anemone in Brand über Unterbäch verbracht – genau das Richtige zum Abschalten. Das ruhige Unterbäch schmiegt sich auf rund 1'200 Höhenmetern an den Nordhang, während sich direkt darüber der idyllische Weiler Brand befindet. Von hier aus zeigt sich ein gewaltiges Panorama über das Rhonetal mit der steilen Südrampe und den Bahnanlagen der Lötschbergbahn bis hinüber nach Visp – hoch oben bewacht vom mächtigen Bietschhorn. Ein echtes Highlight war am 19. August unser Ausflug auf den Gornergrat bei Zermatt. Der Blick auf das Matterhorn ist unschlagbar, aber es war extrem voll. Massenhaft Touristen drängten sich auf den Aussichtspunkten, und man merkt vor Ort schnell, wie stark der Overtourism solche Natur-Hotspots belastet. Gleichzeitig zeigt sich hier die ganze Ambivalenz der Alpen: Die Bahnen und Lifte transportieren im Minutentakt Menschen in schwindelerregende Höhen, machen alles bequem zugänglich, prägen und belasten die Landschaft aber massiv. Noch deutlicher wird der Wandel beim Blick auf die Gletscher. Die Gletscherschmelze schreitet unübersehbar voran, das Eis schmilzt rapide und hinterlässt Spuren, die den Klimawandel in den Bergen unübersehbar machen. Zwischen Massenandrang, technisiertem Hochgebirge und schmelzendem Eis bleibt ein nachdenklicher Eindruck – die Balance zwischen Naturgenuss und wirtschaftlichem Druck wird in den Alpen zur immer grösseren Herausforderung. Reisebericht (Bilder) ansehen Euer Martin Wenger

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